Der Bürgermeister und seine Glocken


Schwarzwälder-Bote, 07.04.2014 20:35 Uhr

 
 

Ein etwas trotteliger Bürgermeister, Intrigen und verstimmte Ehefrauen – das neue Stück der Theaterspatza ließ keine Wünsche offen.  Foto: Scharnowski Foto: Schwarzwälder-Bote

Ein etwas trotteliger Bürgermeister, Intrigen und verstimmte Ehefrauen – das neue Stück der Theaterspatza ließ keine Wünsche offen. Foto: Scharnowski

 

Waldachtal-Salzstetten. Die Gemeindehalle in Salzstetten war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Das Ensemble Salzstetter Theaterspatza zeigte die Erstaufführung „Der Bürgermeister und seine Glocken“. Es war tatsächlich eine Premiere, denn so gibt und gab es das Stück noch nirgends. André Werner hat die ursprüngliche Vorlage passend zu Salzstetten umgeschrieben – mit einem Ergebnis, das Salzstetter Herzen höher schlagen ließ.

 

Von vielen üblichen schwäbischen Lustspielen hob es sich deutlich ab. Die Schauspieler beherrschten ihre Rollen bis in das kleinste Detail. Trotz der turbulenten Handlung mit vielen Missverständnissen, waren die Akteure so nah am Publikum, dass sich einige in die Szenen versetzten und leise mitkommentierten, nach dem Motto: „pass auf – oh je, des geht schief“.

Sehr überzeugend und lebensnah war Oliver Dettling als etwas trotteliger Bürgermeister Paul Hämmerle, das hat sich auch nicht durch Schläge auf den Kopf geändert.

Seine Frau Sylvia (Claudia Ganszki), die junge temperamentvolle Ehefrau, reagierte wie die meisten Frauen, wenn der Hochzeitstag vergessen wurde: sauer.

Der Amtsdiener Bruno, (Uwe Kotscher), ein rechtes Schlitzohr, brachte durch Halbwahrheiten und gelenkte Schwindeleien zunächst alles durcheinander und dann ins richtige Lot. Eine anspruchsvolle Hauptrolle, die er beherrschte.

Die geplagte Sekretärin Hildegard, überzeugend gespielt von Anette Schulz, hatte im Verlauf nur noch Vertrauen zur Eierlikörflasche.

Die Figur von Anni Finkbeiner (Brigitte Raab), sie spielte die Dorfladenbesitzerin, war aus dem Leben gegriffen, auch sie hat ihre Rolle sehr gut umgesetzt.

Viele Lacher bekamen die beiden Schwestern Marlene (Marga Kempeneers) und Mathilda-Marie (Jutta Reitz), von Lichtenstein.

Auf dem gleichen Niveau agierten auch Rosamunde Hügel (Gabi Kreidler) und Professor Ferdinand Euler (Matthias Schulz), ebenso Cleopatra.

Die Handlung könnte in jeder ländlichen Gemeinde auftreten, für den einen sind die Kirchenglocken zu oft und zu laut, ein lebensfroher Gockel verkündet den Morgen oder eine Musikkapelle übt für jeden hörbar. Ehrlichen, verdienten Applaus gab es für die Theaterspatza, vielfach auf offener Bühne.

Die Gäste genossen den Abend in jeder Hinsicht. Die Küche arbeitete auf Hochtouren und war nach der Aufführung fast leer gefuttert. Die Stimmung war so gut, dass sich viele noch einen gemütlichen Abend gönnten.

Weitere Informationen: Weitere Aufführungen gibt es am kommenden Samstag und Sonntag, 12. und 13. April. Einlass am Samstag ist um 18.30 Uhr, am Sonntag 15 Uhr. Karten gibt es unter www.salzstetter-theaterspatza.de.