Nachtlokal gerät in die Schlagzeilen


Schwarzwälder-Bote, 16.04.2013 19:36 Uhr 

Von Walter Maier

Waldachtal-Salzstetten. Da konnten sich Bürgermeister Heinz Hornberger und Ortsvorsteher Wolfgang Fahrner nur wundern, wie die schon totgesagten Gastronomiebetriebe in Salzstetten wieder aufblühen, allen voran der Ochsenbräu und Bennos neue Kneipe. Dabei nahmen sie aufsehenerregende Ereignisse wohl billigend in Kauf.

Ein gar köstliches Theatervergnügen bereiteten die Salzstetter Theaterspatza über 200 Besuchern mit dem schwäbischen Lustspiel in drei Akten „Skandal im Spitalwald“. In dem mit Anzüglichkeiten gespickten Stück brillierten die zehn Akteure mit ausgefeilten schauspielerischen Leistungen.

Eine Premiere mit Paukenschlag-Effekt, bei der alles wie am Schnürchen lief. Die Laienschauspieler verdienten sich großen Applaus. Thomas Fischer feierte als neuer Regisseur einen gelungenen Einstand.

Die alteingesessene Gaststätte Ochsen mit Wirtin Helga (Brigitte Raab) wirbt um die Gunst der Gäste, mit der sich im siebten Frühling befindlichen Bedienung Erna (Marga Kempeneers) und seinem heiß begehrten Chefkoch (Uwe Kotschner), der sich zahlreicher Liebesattacken kaum zu erwehren weiß.

Nichts für prüde Zeitgenossen: Das Nackt-Lokal, zu dem die Salzstetter Jagdhütte Krauss im Horber Spitalwald bei Heiligenbronn die Vorlage lieferte, zieht seine Besucher magisch an. „Aufschneider“ Benno (André Werner) setzt mit Bardame Chantal (Claudia Ganszki) eine erste Duftmarke. Er lässt „die Puppen tanzen“ und ganz Salzstetten steht Kopf. Die neue Bar lockt auch bürgerliches Klientel an. „Die werden alle Augen machen, die verklemmten Spießer“, tönt der Neugastronom. In erpresserische Spielchen verwickelt, lässt er seine Verlobte Sabine (Gabi Kreidler) wieder fallen.

Selbst auf Abwege gerät Nachbarin Frieda, die Vorsitzende des Moral-Vereins (Jutta Reitz), die ansonsten ihren Mann Horst (Oliver Dettling) nach allen Regeln der Kunst herumkommandiert, bis sich das Blatt wendet. Deren neunmalkluge Tochter Johanna-Margarete (Jana Kreidler) wird mit Nutella bei Seite geschoben, um freie Bahn für ihre amourösen Abenteuer zu haben. Inkognito befriedigen Ochsenwirt-Sohn Micha (Matthias Schulz) und sein Kumpel Horst ihre Neugier nach dem angesagten Treiben im neuen Lusttempel.

Frivole Gedanken und Anmache, Turbulenzen und Dramaturgie waren das Salz in der Suppe bei dieser Komödie, an der auch befreundete Laienschauspiel-Gruppen ihren Spaß hatten.

Weitere Aufführungen im Gemeindesaal sind am Samstag, 20. April, ab 19.30 Uhr und am Sonntag, 21. April, ab 16 Uhr.