Salzstetter Theaterspatza brillierten mit ihrer neuen Komödie


MONIKA SCHWARZ, Südwestpresse

Viele Lacher im Publikum und großer Beifall am Ende: „Ein fast perfekter Mann“ – so der Titel der von den Salzstetter Theaterspatza aufgeführten Komödie in drei Akten- traf beim Premieren-Publikum ins Schwarze.

Salzstetten. Die anscheinend neu hinzugekommenen grauen Haare von Oliver Dettling, der in diesem Jahr den Part des Regisseurs übernommen hatte, hätten gar nicht sein müssen. „Seine“ Schauspieltruppe, darunter nicht nur die alten Schauspielhasen, sondern mit Katja Di Donato alias Gabi Maurer und Thorsten Rumpelt alias Olaf Kaiser auch solche, die vorher noch nie auf einer Bühne gestanden haben, erledigten ihren Part ausgezeichnet. Sollte Souffleuse Evelyn Reitz überhaupt zum Einsatz gekommen sein, dann blieb das jedenfalls selbst aus der ersten Reihe unbemerkt. Und auch sonst zeigten sich dem aufmerksamen Zuhörer keine Schwächen, Holperer oder gar Aussetzer. Die intensiven Proben der vergangenen Wochen haben sich also gelohnt.

Gekommen waren, wie schon in den Jahren zuvor, nicht nur die eingefleischten Fans der Theaterspatza, die sich kaum eine Aufführung entgehen lassen, sondern darüber hinaus zahlreiche Vertreter der Vereine und der umliegenden Theaterbühnen. Diese verfolgten mit großem Interesse, was die „Konkurrenz“ in diesem Jahr auf die Beine gestellt hat. Auch Bürgermeisterin Annick Grassi und Ortsvorsteher Wolfgang Fahrner weilten unter den Gästen.

Dass Ehefrau Gabi in Anbetracht der nicht vorhandenen Hausmannsqualitäten ihres Gatten Peter (Jürgen Zebrak) die Flucht nach Mallorca angetreten hatte, das konnten in Anbetracht des anfänglichen Chaos-Anblicks auf der Bühne wahrscheinlich nicht nur die Damen im Saale gut verstehen. „Kann Wasser eigentlich anbrennen“ und „eignet sich Obstler als Desinfektionsputzmittel“ sind insoweit nur zwei der Fragen, die Peter gemeinsam mit seinem besten Freund Olaf auf dem Weg zu einem besseren Hausmann zu klären versucht, nachdem Gabi ihm ein Ultimatum mit der Drohung des endgültigen Verlassens gestellt hat.

Schwiegermutter Elfriede Vierkant ( Annette Schulz), die sowieso viel lieber einen gewissen Kunibert aus Grünmettstetten als Wunschschwiegersohn gesehen hätte, hilft mit ihrem unangekündigten Besuch nicht wirklich weiter, sondern bringt das Männerduo in große Erklärungs-und auch sonstige Nöte.

Und die betreffen dann nicht nur Nachbarin Diana (Claudia Ganszki), die schon längst ein Auge auf den chaotischen Peter geworfen hat und der es deshalb alles andere als ungelegen kommt, dass dessen Ehefrau geflüchtet ist.

Und wäre da nicht die penetrante Nachbarin Ella Ehrlich – diese Rolle war Marga Kempeneers geradezu auf den Leib geschrieben- –, dann wäre der schönen Diana vielleicht erspart geblieben, auch noch die polnischen Putzfrau „Dasha“ zu mimen, die sich im großen Ganzen auf die Aussage „ nix verstehe, I nur putze“ beschränkte. Aus Sicht der Zuschauer wäre dies allerdings ziemlich bedauerlich gewesen- Dasha amüsierte das Publikum nämlich ungemein. Und Claudia Ganszki spielte mit ihrem Kopftuch so überzeugend, dass dies einer echten Dasha garantiert nicht besser gelungen wäre.

Völlig abgefahren wird die ganze Situation, als sich Nachbarin Ella gemeinsam mit Schwiegermutter Elfriede dann auch noch maßlos betrinkt, während Kammerjäger Dieter Rieselkäfer (Matthias Schulz) die Wohnung betritt, um den Flöhen dort den Garaus zu machen. Die ansonsten eher biedere Schwiegermama lässt sich alkoholisiert dann schon auch mal zum „Stinkefinger“ gegenüber dem unliebsamen Schwiegersohn hinreißen. Und der ist sowieso davon überzeugt, dass er die Polka auch rückwärts tanzen könnte und ihr trotzdem nicht gut genug wäre.

Dass sich am Ende doch noch alles zum Guten fügt und Peter vom absoluten Haushaltsignoranten selbst in den Augen von Ehefrau Gabi zum „fast“ perfekten Mann mutiert, das freut den Zuschauer, der schließlich bis zum Ende mitgefiebert hat.

Wer im Anschluss an das unterhaltsame Stück noch Lust hatte, der konnte es sich bei passenden Drinks mit Namen „Macho Macho“ oder „Böse Schwiegermutter“ in der Bar gemütlich machen und mit den Schauspielern auf deren Erfolg anstoßen.

Info Wer den Premierenabend versäumt hat, der kann das Stück auch noch am kommenden Samstag (Beginn 19.30 Uhr, Einlass 18.30 Uhr) oder am Sonntag (Beginn 16.30 Uhr, Einlass 15 Uhr) im Gemeindesaal ansehen.