Verruchte Verlockungen beim Skandal im Spitalwald


Schwarzwälder-Bote,25.11.2012 19:02 Uhr Von Walter Maier

 

Waldachtal-Salzstetten. Knistern im Gebälk der Spitalwaldhütte lassen es die Salzstetter Theaterspatza. Sie läuten die neue Spielzeit ein. Mit an Bord ist der Regisseur Thomas Fischer, ein gebürtiger Leonberger. Eifrig proben sie für ihre neue Aufführung, die schwäbische Komödie in drei Akten „Skandal im Spitalwald“.

 
Sehr viel Spaß haben die zehn Laienschauspieler schon bei den Leseproben. Erste turbulente Verwirbelungen versprechen Bühnenspaß. Ab Januar beginnen die szenischen Proben. Neben den bewährten Kräften André Werner, Oliver Dettling, Gabi Kreidler und Brigitte Raab haben sich die früheren Akteure Marga Kübler, Jutta Reitz, Uwe Kotschner und Matthias Schulz wieder reaktivieren lassen. Ganz neu dabei ist Claudia Ganszki. Als Jüngste wirkt die zwölfjährige Jana Kreidler mit. Die Regieassistenz übernimmt Steffi Werner, die Theaterkasse Elisabeth Steimle und die Technik Walter Eschenfelder.

Mit dem selbstständigen Grafiker Thomas Fischer haben die Salzstetter Theaterspatza einen neuen Regisseur an Land gezogen, der über eine 30-jährige Erfahrung als Laienschauspieler und Spielleiter verfügt. Erstmals Kontakte zu Salzstetten knüpfte er nach 2006 zu dem damaligen Ensemble von Iris Fischer, die ein Stück Salzstetter Theatergeschichte schrieb und inzwischen leider verstorben ist. Mit ihr verband ihn nicht nur eine Theater-Freundschaft, sondern sie beide hatten am gleichen Tag Geburtstag.

Regisseur legt Wert auf kreative Kostüme und Requisiten

1984 stand er erstmals in seiner Heimatgemeinde Friolzheim auf der Bühne. Seit 2006 verleiht er dem Theater Dettensee Schubkraft. Aufgegangen ist Thomas Fischer beim Freudenstädter Sommertheater. Die Hauptrolle des Lachenbauern „Xaveri“ spielte er 2009 in dem Auerbach-Stück „Nach Amerika“ und die des Holländers Michel interpretierte er ein Jahr zuvor im „Kalten Herz“. 2010 und 2011 verantwortete er die Spielleitung und Organisation. Den „Hamas“ verkörperte er dieses Jahr in „Jerusalem 30“, einem Grüntaler Theaterprojekt. Sprechrollen übernahm er in den drei Kinofilmen, die unlängst im Freudenstädter Traditionshotel „Waldlust“ gedreht wurden: „Weiter tanzen“, „Freunde von früher“ und „Bela Kiss“. Der in Horb-Dettensee wohnende 42-Jährige spricht hinsichtlich seines zunächst Ein-Jahres-Engagements in Salzstetten von der „Plattitüde, die man braucht, dass es in der Truppe stimmt, dass sie alle Spaß haben“. Thomas Fischer kündigt an: „Ich bin nicht ganz leicht zufrieden zu stellen. Ich lege Wert auf Text-Sicherheit. Das ist die Basis.“ Im Blickfeld stehen bei ihm auch stimmige Kostüme, passende Ausstattung und einfallsreiche Requisiten.

Mit Lokalkolorit gespickt ist das neue, brisante Lustspiel. Das „lasterhafte Leben im Ort“ ist Thema der Handlung, die im legendären Salzstetter „Ochsen“ und in der bekannten Jagdhütte Krauss im Horber Spitalwald unweit von Heiligenbronn und Salzstetten spielt. Beide sind lokal berühmt-berüchtigt. Das Stück bewertete er als sehr anspruchsvoll. Und: „Es gibt einige Szenen, wo die Schauspieler eine gewisse Freizügigkeit an den Tag legen sollen. Überhaupt: Die Akteure müssen aus sich herausgehen“, fordert der frischgebackene Salzstetter Regisseur. „Die Moral, die nicht vorhandene, und ein verruchtes Nachtlokal mit Tänzerinnen und seinen Verlockungen.“ Das ist für Thomas Fischer der Stoff, aus dem die Träume sind. Die Salzstetter Laienschauspieler stünden bei ihren Heimspielen vor einer besonderen Herausforderung. Im Gegensatz zu den 4000 Zuschauern beim Freudenstädter Sommertheater spielten die Waldachtaler vor Hunderten von einheimischen Zuschauern. „Hier kennt jeder jeden.“

Freuen dürfen sich die Theaterfreunde auf den Knüller „Skandal im Spitalwald“. Vorsitzender Oliver Dettling will alles daran setzen, dass die Salzstetter wieder ihren Status einer Theaterhochburg erlangen. Premiere ist am Samstag, 13. April, um 19.30 Uhr im Gemeindesaal Salzstetten. Weitere Aufführungen sind am Samstag, 20. April, um 19.30 Uhr und am Sonntag, 21. April, um 16 Uhr.